Berufsunfähigkeitsversicherung Klausel

Berufsunfähigkeitsversicherung Klausel in den Versicherungsbedingungen haben eine juristische Funktion. Es gibt einerseits BU Klausel, die die Leistungen bedingungsgemäß einschränken und verschlechtern, und andererseits solche, die sie ergänzen, erweitern und verbessern. Leistungsbeschränkende Klausel sind zum Beispiel Erwerbsunfähigkeitsklausel (EU Klausel), Berufsklausel oder medizinische Ausschlussklausel.

Der Zweck der leistungseinschränkenden Klausel besteht darin, bestimmte Risiken aus dem Versicherungsschutz auszuschließen. Solche Risiken sind zum Beispiel Vorerkrankungen, riskante Hobbys und Freizeitaktivitäten oder ein gefährlicher Beruf.

Leistungserweiternde Klausel bewirken das Gegenteil. Bedingungsgemäße Leistungsausschlüsse werden aufgehoben oder der Versicherungsschutz wird ergänzt und erweitert. Dies gilt zum Beispiel für die Dienstunfähigkeitsklausel bei Beamten, durch die eine Dienstunfähigkeit automatisch zu einer Berufsunfähigkeit führt.

Da die Klausel in einer BU Versicherung entscheidend sind für die Qualität und Leistungsstärke eines BUV Tarifs, ist es wichtig, sich bei der Wahl für eine bestimmte Berufsunfähigkeitsversicherung nicht nur an der Höhe des Versicherungsbeitrags zu orientieren. Viel wichtiger ist es, sich einen Überblick über die häufigsten BU Klausel zu verschaffen und ihre leistungseinschränkende oder leistungserweiternde Funktion zu erkennen. Nur dann lässt sich auch der Preis einer BU Versicherung adäquat beurteilen.

Klausel in der Berufsunfähigkeitsversicherung: positiv oder negativ?

Die Berufsunfähigkeitsklausel in den Vertragsbedingungen sollten derart gestaltet sein, dass die Versicherung im Ernstfall die Leistung, also die Berufsunfähigkeitsrente auch tatsächlich zahlt. Daher sollten vor Vertragsschluss die BU Klausel in den Versicherungsbedingungen genau gelesen, geprüft und ihre Bedeutung richtig bewertet und eingeschätzt werden. Im Folgenden werden die geläufigsten BUV Vertragsklauseln und ihre positive und/oder negative Bedeutung kurz vorgestellt:

Die Klausel der abstrakten Verweisung ermöglicht dem Versicherer die Verweisung des berufsunfähigen Versicherungsnehmers theoretisch in einen anderen Beruf, so dass er die Leistung verweigern kann. Ein guter BU Tarif zeichnet sich aus durch expliziten Verzicht auf die abstrakte Verweisung.

Die Klausel über den Prognosezeitraum definiert, ob der Versicherer bei der vom Arzt prognostizierten Berufsunfähigkeitsdauer leistet. Ein kurzer Prognosezeitraum von maximal 6 Monaten zeichnet eine gute BU Police aus. Lange und unbestimmt definierte Prognosedauern sind von Nachteil für den Versicherungsnehmer, und können den Erhalt der BU Leistung im Ernstfall verhindern.

Durch die Arztanordnungsklausel wird dem Versicherten vorgeschrieben, die Behandlungsvorschläge des behandelnden Arztes anzunehmen. Dies können Operationen, stationäre Behandlungen oder Medikamente sein. Wird der ärztlichen Anordnung nicht Folge geleistet, verliert der Versicherte den Anspruch auf die BU Rente. Eine akzeptable BU Versicherung verzichtet auf die Arztanordnungsklausel, da sie die Entscheidungsfreiheit des Versicherten bei der Wahl der Behandlungsmethode einschränkt.

  • Rückwirkende Zahlung

Bei einer verspäteten Anzeige der Berufsunfähigkeit sichert die Klausel der rückwirkenden Zahlung, dass die vereinbarte BU Rente auch rückwirkend gezahlt wird. Für maximal 3 Jahre ist eine rückwirkende Zahlung möglich. Bei guten BU Versicherern ist diese leistungserweiternde Klausel in den Versicherungsbedingungen enthalten.

  • Verzicht auf § 41 VVG

Auch wenn ein Versicherter ohne Schuld seine Pflicht zur Angabe gesundheitlicher Probleme verletzt, hat die Versicherungsgesellschaft nach § 41 Versicherungsvertragsgesetz (VVG) das Recht, den Vertrag zu kündigen. Faire BU Versicherer verzichten in einer expliziten Klausel auf den § 41 VVG.

  • Anzeigepflicht bei Berufswechsel

Es gibt BU Versicherer, die die sofortige Anzeige eines Berufswechsels fordern. Eine Verletzung kann zum Verlust des Versicherungsschutzes führen. Eine kundenfreundliche BU Versicherung verzichtet auf die Mitteilungspflicht des Berufswechsels und führt den Vertrag zu gleichbleibenden Konditionen weiter.

Bei Personengruppen, deren Berufsbild nicht oder noch nicht klar zu bestimmen ist, verwenden einige BU Versicherer die Erwerbsunfähigkeitsklausel (EU Klausel) in ihren Versicherungsbedingungen. Zu diesen Personengruppen gehören zum Beispiel Schüler, Studenten, Azubis und Hausfrauen. Die Erwerbsunfähigkeitsklausel besagt, dass erst dann eine BU Rente gezahlt wird, wenn die versicherte Person gar keiner beruflichen Tätigkeit mehr nachkommen kann. Diese Personengruppen sollten sich einen Versicherer suchen, der auf die Erwerbsunfähigkeitsklausel verzichtet und ihren angestrebten Beruf bzw. ihre aktuell ausgeübte Tätigkeit versichert.

  • Dienstunfähigkeitsklausel

Die Dienstunfähigkeitsklausel ist eine Besonderheit bei der Berufsunfähigkeitsversicherung für Beamte die auch Dienstunfähigkeitsversicherung genannt wird. Ohne Dienstunfähigkeitsklausel sind Beamte trotz Dienstunfähigkeit für den Versicherer noch nicht berufsunfähig und erhalten daher auch keine Leistung. Beamte müssen daher darauf achten, dass in dem BU Vertrag die Dienstunfähigkeitsklausel eingeschlossen ist.

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